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Religion und Theologie Theil 3 (1826) Christliche Reden und Homilien ; 1
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Seite
82
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L2 Christliche Reden

und sie verdorren! O Bild! Bild! wie vielmenschliche Gemüthcr, Handlungen, Lebenszeitenstehen unter dir!

Alles Gute hat seinen gewissen Rcitz, seineWärme, seinen Strahl der Belebung: nun denkeman sich eine willige, fühlbare, zarte, rasche, ein-bildungsreiche Seele dazu, der cs vorgehalten wird welche Zuwallung! welche Gestalt des Schönen Iwelche Umarmung! Der Funke hat mit Einmal imzarten Zunder gezündet: das Saamenkorn hat soleicht in der lockern wärmevollen Erde gekeimt, undschießt auf wie früh! wie schön! welches erqui-ckende Grün in dem zarten Grase! welche süße Hoff-nung in dieser Reihe guter Vorsätze, Entschlüsse,Erwartungen von sich selbst! wie erweicht ist diesjugendliche Herz! welche laute ergreifende Gebete!welche Freuden - und Hoffnungskhranen im neube-lcbtcn Auge, und Entschlüsse vor Gott und Vorge-nuß der Zukunft! O! wenn die ganze Zukunft dasfreudige Jetzt! wenn dies erste schöne Hervorkeimenschon die ganze Erndte wäre! in dieser ersten Auf-wallung alles erschöpft, gcthan, genossen werdenkönnte

Und wie vieles kann allerdings in ihr gethanwerden! welchen großen und guten Schein könnenMenschen von der Art geben ! wer ist der kalte, derda nicht mit aufwallte, und gleichsam Empfindung,Vorsatz, Entschluß, Vorgcnuß des Seligen, derPflicht und der Zukunft mittheilte? Aber Zusatz,der durch Mark und Bein gehen muß ,,Aber siehaben nicht Wurzel! Eine Zeitlang glauben