L2 Christliche Reden
und sie verdorren! O Bild! Bild! wie vielmenschliche Gemüthcr, Handlungen, Lebenszeitenstehen unter dir!
Alles Gute hat seinen gewissen Rcitz, seineWärme, seinen Strahl der Belebung: nun denkeman sich eine willige, fühlbare, zarte, rasche, ein-bildungsreiche Seele dazu, der cs vorgehalten wird— welche Zuwallung! welche Gestalt des Schönen Iwelche Umarmung! Der Funke hat mit Einmal imzarten Zunder gezündet: das Saamenkorn hat soleicht in der lockern wärmevollen Erde gekeimt, undschießt auf — wie früh! wie schön! welches erqui-ckende Grün in dem zarten Grase! welche süße Hoff-nung in dieser Reihe guter Vorsätze, Entschlüsse,Erwartungen von sich selbst! wie erweicht ist diesjugendliche Herz! welche laute ergreifende Gebete!welche Freuden - und Hoffnungskhranen im neube-lcbtcn Auge, und Entschlüsse vor Gott und Vorge-nuß der Zukunft! O! wenn die ganze Zukunft dasfreudige Jetzt! wenn dies erste schöne Hervorkeimenschon die ganze Erndte wäre! in dieser ersten Auf-wallung alles erschöpft, gcthan, genossen werdenkönnte —
Und wie vieles kann allerdings in ihr gethanwerden! welchen großen und guten Schein könnenMenschen von der Art geben ! wer ist der kalte, derda nicht mit aufwallte, und gleichsam Empfindung,Vorsatz, Entschluß, Vorgcnuß des Seligen, derPflicht und der Zukunft mittheilte? Aber— Zusatz,der durch Mark und Bein gehen muß — ,,Aber sie„haben nicht Wurzel! — Eine Zeitlang glauben