t!nd Homilicn.
L?
bloß mit müßiger Empfindung zu lieben, ist dochwirklich nichts als eine Komödianten-Beschastigung,und man kann sich endlich an diesen edlen Zeitver-treib , an dieses rmpsindungsrciche Zerlegen undBetrachten gurer Beispiele so gewöhnen, daß manendlich gar nichts mehr empfindet, wenigstens bisauf den Grund empfindet,' die besten Vorbilder ge-hen trocken vor uns vorüber, wir sind an sie, alsan eine Sache des Jahrmarkts, des AnschaucnSgewöhnt, und bleiben wer wir sind. Wir wandelntäglich in einem Saale voll schöner Bildsäulen um-her, sehen sie so lange, bis wir sie endlich mit un-fern sehenden Augen gar nicht mehr sehen; oderwenn auch — so ists Bildsäule l Sie bleibt, so schönsie ist, auf ihrem Fußgesiclle stehen, und unser häß-licher Körper, der durch sie nicht schöner wird,schleicht^si'ch vorbei. Jenes Vorbild, dieser Charak-ter, bleibt Romanbild: diese Predigt bleibt Predigt,Mid wir die wir sind.
Es ist, M. Z., ein wahrer Verderb des Her-zens, auf solche Weise Gedanken und Ahat, Vorbildund Nachfolge, Beifall und Nachsircbcn zu tren-nen, und gleichsam zwei nothwendige Glieder, dienur für einander da sind und zusammen wirkensollen, Kopf und Herz, auf immer von einan-der zu sondern. In weniger Zeit ermattet mangleichsam unter allem Schönen; man eckclt undschwindelt unter allem süßen Wohlgeruch, und dieganze Menschheit erschlaffet. Empfindsame Herzen!und schlechte Menschen in Handlungen! Vielwisser,Laurpreiser schöner Handlungen und selbst NichtS-thäter — die Dinge sind nicht allein oft bei einan»
E 2