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Religion und Theologie Theil 3 (1826) Christliche Reden und Homilien ; 1
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63 Christliche Reden und Homilien.'

der, sondern bringen sich auch im Uebermaas mei-stens einander hervor: und da ist nichts bester alsder einzige kurze Rath: Ziehe dein Auge eineZeitlang zurück, und laß dcine Handhandeln! Eine eigne gute Handlung in deinemKreise, ist bester als tausend feine Empfindungen,die du andern müßig schenkst! Eine kleine Ausbil-dung deines Charakters, ein kleiner verschönernderZug in deiner Seele, besser als das tobte Anstauncnvon hundert andern noch hundertmal so vollkomme-nen schonen Seelen. Wir sind hier auf der Weltnicht bloß zu bewundern, und uns mit schönen Em-pfindungen zu speisen, sondern zu thun. DerMann, der sich ransendmal im Spiegel besieht undnie seinen.Flecken abwischt, ist ein Toller, und derEmpfindsame, der immer große Vorbilder betrach-tet, und in seinem Kreise nichts ist, ists wahrhaf-tig eben so sehr. Jeder ist Glied auf seiner Stelleund muß auf seiner Stelle zur Gesundheit desKörpers wirken, nicht die andern Glieder wirkensehen, sonst steht alles stille. Stelle dich alsonicht auch auf solche Weise der Welt gleich,sondern verändre dich selbst durch Ver-neurunq deines Sinnes: Das ist der

gute, der dir zukommende, vollkom-mene GOTTES Wille!