ste wecken uns — aber zu seyn was wirsind, jeder die Pflanze ans seinem Keime, daslebendige Glied m aas des Leibes an sei-ner Stelle.
Keine Thorhcit der Menschen ist so groß, unddoch gibts fast keine häufigere Thorheik, als nie daszu seyn, was sie sind, sondern immer etwas seynzu wollen, was sie nicht sind, was sic nicht seynkönnen. Unter Hunderten ist keiner recht ans seinerStelle, sagt man, und unter Tausenden, könnteman hinzusetzen, keiner, der auf seiner Stelle seynwill. Wir haben alle fast immer ein fremdesIdeal, ein für uns ungehöriges Muster im Kopf:dem beneiden wir dies, jenem das: in diesem wün-schen wir uns hie, in jenem dorthin; auf der Stellewollten mir die, auf jener, jene Tugend ausüben— nur eben auf unserer üben wir keine aus» Wirbauen immer in Gedanken fremde Gärten, undunfern eigenen, auf den uns doch die Vorsehunggesetzt, den sie uns doch zu bauen ausgctragen,auf dem wir doch einmal allein unsre Glückse-ligkeit finden können, nur eben den lassen wir ver-wildert, wuchern immer mit fremden Talenten undunser eigenes, für das allein wir Rechenschaft gebensollen, lieget in der Erde.
Keine Thorhcit ist, wie gesagt, häufiger undkeine größer. Mein Gott, was hilft es uns, be-ständig in fremden Zeiten zu leben, in denen wirdoch einmal nicht leben; Zeiten zu loben, die wirdoch nicht nutzen, nicht genießen können; Vorbilderzu beneiden oder schief und link nachahmen zu wol-len < die wir doch nicht sind. Die ganze Glückselig-