und Homilien.
49
Men Zwang nach fr e m d c n B e i sp ie le nCharakter» und Sinnesarten, verderben.Es ist ihnen nickt etwa genug, daß das Kind nachseiner Art gut und wehlgebildet, und Tugendliebendwerde; sondern da sie keine Tugend, kein Gutes alsnach einer einzigen sehr eigensinnige n ein-geschränkten Form, keine guce Bildung gleich-sam als nach der Physiognomie ihrer eigenen Seelehaben : so soll alle das Kind in diese umgewaudclt,es muss in diese Form cingegofsen werden, und wennauch freilich alle gute Haltung der Gliedmassen sei-ner eigenen Seele darüber verloren ginge. Stattzu bedenken, daß si. doch in diesem Zöglinge nichtsich, sondern die Natur des Zöglings bemerken undausbilden sollten, bearbeiten sie in ibm gleichsamnur immer ihre eigene Denkart. Es werden Hand-lungen des Kindes, die nicht nach der Eltern Sinnsind, die fremdesten, oft schwärzeste», Beweggründeuntergeschoben, von denen wahrhaftig das Kind nichtwusste. Es werden aus unsrem Herzen dem sinni-gen solche Schwarzen, solche Teufeleien und Bos-heiten angedichtet, die Meistens nur daher kommen,daß wir die wabre Absicht, die eigene Gestalt derSeele de« Kindes nicht verstehen, und uns auchkeine Mühe geben wollen, sie verstehen zu lernen.Es soll Wik wir seyn, ockr es ist ein Ungeheuer,und da predigt Man ihm so lange das Ungeheuervor, man legt und Zwmgt so lange die m-warzeLarve auf sem Gesicht, bis düs Kind endlich wirk-lich kein eigenes ganz anderes Gesicht nach dieserLarve bildet. Es hac sich so lange böse und abscheu-lich mahlen gesehen, sich so lange giftig schilderngehört z daß es endlich es doch wohl selbst glaubenHerders Werke z. Rel. u.Theol, III. D