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Christliche Redeif
Wir haben es also zu andrer Zeit als eine derschönsten aber unerkanntesten Wchlthaten Gottes zuerkennen und zu schätzen gesucht, wenn er auf denWeg unscrs Lebens vorzüglich gute Beispiele stellt,die einem Menschen da begegnen und ihn dazu ma-chen müssen, was er ohne dieselbe gewiß nicht ge-worden wäre — Aber da doch nun einmal nichtalle Beispiele, > denen wir auf solche Art auf demWege unsers Lebens begegnen, gut sind: da wirzum Unglück von sehr vielen es nur zu spat einschenlernen, daß sie nicht gut waren, daß sie uns böseEindrücke gemacht, die wir nur im Anfänge, imTaumel der Begeisterung, oder unter den Umar-mungen der schmeichelnden Selbstliebe für so gutansahen; oder endlich da auch oft die Nachahmungwirklich guter Excmpel uns gleichsam aus uns selbstwerfen, uns gegen uns befremden, uns also zwin-gen, verunstalten und doch am Ende wirklich ver-derben kann, statt gebessert zu haben: da diese undandre Mißlichkeiten, über die wir uns gleich bespre-chen wollen, doch in der That auch bei Nachahmungder besten Vorbilder, wenn man sie schlecht nach-ahmet, statt finden, und ja n?ehr als zu oft immenschlichen Leben traurige Proben Nachlassen; wärees nicht, M. Z., unserer Neberlegung werth, wiewir uns auch von guten Beispielen in Re-ligion und Tugend sollen leiten las-sen, um nicht von ihnen verleitet, umnicht auf eine schädliche Weise aus uns selbstgebracht zu werden?
Unser ganzer Text gibt uns heut die Materieauf. — Stellet euch nicht dieser Welt