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Religion und Theologie Theil 3 (1826) Christliche Reden und Homilien ; 1
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Christliche Reden

dem nächsten, innigsten Gefühl seiner Allgeqenwartdas zu empfinden, was sic sind? wozu sie sind? wassic sepn sollen? Es kann also nicht anders sevn,als daß dir bei jedem Schritte Wahrheiten vorlre-len, die du freilich weißt, die du nach dem tiefstenGefühl deines Herzens mit einer innerlichen Ergrei-fung anerkennen mußt Ach aber, die wir so oftim thatigen Leben nicht anerkennen, die wir ebenauf dem Punkte vergessen und vergessen haben, woder wahre Gebrauch davon zu machen war. Wiealso? diese der Seele mit neuer Uebcrzeugung, vonneuen Seiten der Anwendung, mit neuen Beweg-gründen , neuen Entschlüssen Vorhalten; eine wieder-holte Stunde der Prüfung unsrer selbst zu haben,eben von den wichtigsten, interessantesten Seiten:eine wiederholte Stunde sich mit sich selbst zu be-schäftigen, wie wirs im Taumel unserer Geschäfteund Zerstreuungen so selten thvn und doch thunmüssen, wenn wir nicht in der Rechnung mit unsunendlich zurück oder von Tag zu Tag in die größe-ste Verwirrung kommen wollen Kurz, Wahrhei-ten, Empfindungen, in uns zu bestärken, die sowahrbastig doch zum Wesen unsrer Seele und zurFührung unsers Lehens gehören, als die Nahrung,um unser thierisches Lehen zu erhalten, ohne derenBefolgung wir nicht glücklich seyn können, unddie, wenn wir sie befolgten, wenn wir sie immervor Augen hätten, und uns in Anschauung dersel-ben durch alle Tritte unsers Lebens erhalten könn-ten, uns o Gott! wie glückselig machen wür-den ! - - - Diesen Wahrheiten , dieser edlen Selbst-beschästigung alle acht Tage in öffentlicher Versamm-lung eine halbe Stunde geben sollte wohl etwas