und Homilien.
was wir zur andern Zeit und unser ganzes Lebendurch seyn wollen, und sind.
Statt neuer Wahrheiten, M. Z., müssen alsohier die aller ältesten Vorkommen, die cs nurin der menschlichen Seele, im Grunde der Empfin-dungen und Erfahrungen unsers Herzens giebt. Daßcs aber eben solche, und keine andre sind, giebtdem ganzen Geschäfte, Werth, Feier und Anmuth.Hier, o Mensch! sollen dir Wahrheiten erscheinen,die gleichsam zum ganzen Zusammenhänge deinerPflichten, deiner Bedürfnisse, deiner Umstande, diegeheimen verknüpfenden Bande, die Haltcrinncirdeines Dasepns, und die tiefsten, festesten Fadensind, die das ganze Gewebe zum Meisterstück oderzum Sandgcwebc, zum Gemahlde eines schönen Gan-zen , oder zum Abscheu machen. Hier sollen die Wahr-heiten erscheinen, die dich nicht etwa bloS als Bür-ger, in einer Beziehung deines Lebens, in einemGeschäfte eines kleinen Vorkheils oder Nachtheils;die dich als Menschen, die ganze Fassung deinerSeele, die Richtung deines Lebens auf Glück undUnglück bis zur Ewigkeit hinaus, die also die wah-restc, fühlbarste Seite deines Herzens, und die wich-tigste deines Dasepns betreffen. Hier haben Obereund Niedere, Große und Kleine, Herren und Knechte-— alle Stände und Lebensarten haben ihren Stand,ihre Lebensart abgelegt; sind alle hier nichts alsMenschen, als Brüder: sie haben sich nur als fühl-bare Herzen , als vernünftige Wesen, als DienerGottes, als Christen haben sie sich versammelt, um,was für sie als solche gehöret, zu überlegen, umunter dem Anschaun der Gottheit, gleichsam unter