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Religion und Theologie Theil 3 (1826) Christliche Reden und Homilien ; 1
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Christliche Reden

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willst du ein ewiger Knabe seyn, nur zu lernen undes tausendmal wieder zu lernen, was die Tugend scy?Älter Knabe, Greis am Rande des Lebens, undwann wird dir denn die Zeit kommen, was du nochimmer lernen mußt, zu wissen einmahl zu thun?

Wir haben gewisse Wahrheiten, M. Z., vonZugend, von Kindheit an gehört; wissen sic alle,daß wir sie über dem Wissen, Hören und Wiedcr-hörcn, fast wieder vergessen haben. Hier werdenkeine neuen Offenbarungen und Orakelsprüche undWeisheiten verkündigt, die Neugierde zu befriedigen:daher wer diese erwartet, wer sonst nichts als diesezu erwarten weiß, der thut am besten, daß er siehier nicht erwarte, und sic sich selbst nach Beliebenanderswo suche. Das ist so wenig der Zweck dieserReden und dieser Versammlungen, daß ich auch nichtweiß, ob irgend eine Fassung und Lage der Seeledem Zweck derselben mehr entgegen seyn könne, alsjene der neugierigen Athener: Sie kamen um

etwas neues zu hören.

Unsre Vorstellungen, M. Z., an dieser heili-gen Stelle sollen eigentlich nichts seyn, als ein G c-rüste zum großen Gebäude unsers Le-bens: wir sollen hier eigentlich nicht hören, umzu hören, empfinden, um zu empfinden; sondernhören, denken, empfinden, fassen um zu thun!Der siebente Tag soll ein Ermunterer, ein Wecker,ein Aufheiterer der sechs andern Tage werden: wirsollen uns hier das denken, das vorstellen,