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Religion und Theologie Theil 3 (1826) Christliche Reden und Homilien ; 1
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und Homilicn.

geschwächt erscheinen; daß freilich die Rauhigkeit derSitten abgelassen, daß aber auch dagegen die Starkeder Sitten verloren, ja daß wir überhaupt dasWesen der würdigen Menschheit mehr, ich weißnicht in welche schöne Schwachheit, christliche Dc-muth und geschminkte Artigkeit setzen, als in einegewisse a u s d a u e rn d e B e s t a n dh c i r u n-scrs Charakters, um eben die zu scvn,zu denen uns Gott schuf, und die großeTugend zu besitzen, die die Bibel.Wahrheit nennet. Ich will dievorige Sinnlosigkeiten nicht wiederholen, da maneine elende Wcrkhciligkeit schon für den Zustand halt,in dem man Gott gefalle; ich will »icht'in Jahr-hunderte zurückgehen, da oft selbst Laster für diewürdigste Lage der Menschheit gehalten wurden ; alleinwie wenige, die auch mit klarer, redlicher SeeleBesserung gesucht, wie wenige werden auf dem Punktscyn , mit cröffneten Herzen plötzlich vor ihren Schö-pfer und Richter zu gehen, und in ihrer Mensch-heit den ganzen Schatz von Vollkommenheiten zuzeigen, den sie sich nach denen ihnen anvertrautenGnaden Gottes erwerben müssen vor ihren all-wissenden Schöpfer und Richter zu gehenHierbin ich, o Gott, der ich nach meiner Menschheitvor dir seyn sollte!" Wie viel, wie viel würde zudieser Freudigkeit gehören, würde dazu gehören, daßwir von Jugend auf keine unserer Gaben und Ta-lente verscharret, oder gemißbraucht hätten; denn wasist doch unsre Seele als eine Summe dieser Gaben?und was ist die Vollkommenheit, zu der uns dieReligion hinaufbilden will, als eben ein freier undvollständiger Gebrauch der Gnaden, die uns Gott