Christliche Reden
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mel abverdienen, und übrigens mit dem größtenTrotze leben und , sterben? — Und Hut sich damitnun, M. Z., die Denkart von Gott und diemensch-liche Seele verbessert oder verschlimmert ? Was für-elende Begriffe, wenn ich ihn alS den niedrigenStolzen ausehe, den ich mit so etwas los werdenkönnte, dein ich täglich nur einige Schmeicheleienüber seine Güte und Barmherzigkeit sagen, den ichtäglich mit einigen geweihten Ausdrücken complimen-tircn, ihn nur mit kalten Worten um Vergebungbitten, mich nur trocken und ohne Grübelei, wiemans nennt, pochend oder gläubig, wie man mey--net, mich auf ein fremdes Verdienst beziehen dürfe,und damit habe ich alles schon auf Zeit und Ewig-keit erkauft! Nun möge ich mir alle Mühe gebenund gegeben haben, meine Seele zu verunstalten,mein Herz zu vcrschwarzen , meine Lebenszeit zumißbrauchen, so viel Schaden für mich und in derWelt anzurichten, als ich nur wollte; ich beichtenur, ich gehe zur Kirche und Abendmahl, auf demTodbctte lasse ich nur über mir beten und ein Kreuzschlagen — plötzlich ist die schwarze teuflische Seelevor Gott so gut, als ein Engel des Lichts! derSchandfleck der Schöpfung, der lebendige Abscheugegen die Tugend, der Ruchlose, der Verführer, istauf einmal der Liebling Gottes und der nächsteErbe an seinem Throne geworden! er könne allerüustichtigen Wirksamkeit der Tugend, aller Bestre-bung guter Redlicher hohnlachen, und sey so gutals sie — M. Z., wenn dergleichen VorstellungenNicht verunstaltend und verwüstend, Gift und Schan-de sind , so weiß ich keine. Denn welch Gift kannschrecklicher sepn, als was in der That jede morali»