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Religion und Theologie Theil 3 (1826) Christliche Reden und Homilien ; 1
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Christliche Reden

der Religion denken. Was für eine elende mitlei-dcnswürdige Denkart von Kindheit auf, Gott alseinen Tyrannen, als einen despotischen Gebieter,kennen zu lernen, den man sich in keiner bessernGestalt als auf seinem Donnerwagen mit dem Blitz-strahl in der Hand denken könne, als einen Grau-samen, der cS sich zum Spiele gemacht, der Mensch-heit Lasten aufzulegen, bloß um zu sehen, wie siesich unter der Last wie ein Wurm im Staube Win.den, sich krümmen, und unter dem Joch seinerVorschriften ermatten würde! Gott! wenn du mirnur als ein Wütrich erschienst, der cs sich zumgrausamen Zeitvertreib gemacht, einer Natur Em-pfindbarkeiten zu geben, und es alsdann für weiterNichts zum Gesetz zu machen, diese Empfindbar-keiten zu unterdrücken! Wenn ich dich als dengrausamen Sonderbaren betrachten müßte, der ringsum mich Aussichten des Vergnügens und der Wirk-samkeit ausgcbreitek, und alsdann Verbote, Einederselben zu genießen; geböte, mich mit mir selbstin ewigem Kampfe zu erhalten, bis die Welt ummich zu einer grausen Todcswüste werde, wo mirnichts als Gegenstände des Schreckens, der Furcht,des Zitterns vorschwcbten! Gott! wenn ich dennmein Leben auf eine so marternde Art verschwenden,und nur zuletzt, zu spat sehen müßte, cs war ver-schwendet: ich hatte mir Lebenslang diese traurige

Mühe gegeben, mit einem scharfen blutenden Messerin der Hand, die zartesten Nerven aus dem Herzenauszuschnciden, meynte, ich thate dir einen Gefallendaran, und nun zu spat nach verlornem Leben, michals den Thoren erkennen müßte, der nicht Gott,sondern dem Verderber der Menschheit diente, sich