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Christliche Reden
i. Ich habe es schon gesagt, daß Christus dieWegriffe von Gott und von seiner Beziehung aufdie Menschen, zur Zeit seiner Erscheinung auf derErde, sehr unrein und verderbt gefunden. Nachder Gefangenschaft und dem ersten Umsturz des jü-dischen Volks war ihre ganze Denkart so verwildert,daß auch ihre Religion mit verfiel — sie kamenzurück und sammelten Bücher, aber der Geist warentflogen! sie erneuerten Feierlichkeiten, aber der Sin»der Feierlichkeiten nurr dahin; kurz, man errichteteein Lehrgebäude von Trümmern, das von außennoch ins Auge siel, aber inwendig wie jener ägyp-tische Tempel leer war, oder ein Ungeheuer ernährte.— Nicht wars mehr Go(t, der Schöpfer und Vaterder Welt, den sie verehrten, nicht mehr der höchsteMenschenfreund und Gesetzgeber zur Vollkommen-heit, dem sie dienten; es war der Donnerer aufSinai, ein Götzenbild von National-Hcrcn, demsie ohne Geist oder Vernunft, aus sklavischer Furchtoder blindem Herkommen dienten: alte edlen Be-griffe von Gott waren verloren, und das Bild dermenschlichen Vollkommenheit so weit erniedrigt, daß,»ach ihren Begriffen, er der bloße Eereniyniensclave,,der Opfere», der Werkheilige äußerer Gebrauche,war, der vor Gott der Gerechte und Uebergerechtescyii konnte.
Jesus kam, und mit gewaltiger Hand ergriffEr das Bild Gottes, das so tief in Staub versenktwar; Er ergriff es und hob es in seinein erstenGlanze auf den Thron, der ihm gebührte. Gottder Schöpfer! der allgemeine Vater! der Menschen-freund ! kein eigensinniger Gesetzgeber, kein wider-