ans gestammte Universum. Wie Nebelsterne durchsFernrohr sich in Milchstraßen auflvsen: so entwickeltsich uns aus dunkeln Empfindungen eine Welt vonGegenständen, Farben, Tönen, sobald der Verstandsich zu ibrer Erkennung ein Werkzeug zu- verschaffenweiß. Viele Nebel find aufgelöset, andre werdenaufgölöset werden; die Aussicht muntert auf; einUnendliches liegt außer und in uns, zu dem wirkommen mögen; dagegen der kritischen Philosophiezufolge die uns einwohnende Thörin Vernunft upriori ewig und ewig nach Wortphantvmcn jaget.
Natur der Sache wars , daß aus diesen Zer«theilungen
IV. Eine Verwirrung im Hauptbegriffdes Werks
entstehen mußte. „Kritik der reinen Vernunft?"Reine Vernunft h'eißt richtige Kritik; Kritikalso der richtigen Kritik, ohne welche es keine Kritikgiebt. Denn Krümmen zu bemerken, muß eine ge-rade Linie, Abweichungen einzusehn, sin Richtmaaszum Grunde liegen, so daß eine gerade Linie, einvollkommener Eirkel nur durch sich selbst kritisirt wer-den kann. Ist die reine Vernunft so unrein, daßihr sogar ein Kanon fehlet ; ohne Kanon ist sieeiner Zurechtweisung weder fähig, noch würdig» Unddoch sott wiederum diese undisciblinable reine Ver-nunft alle Cultur des Menschengeschlechts bewirken,ja dem Entwurf nach noch vor Ablauf unsres Jahr-hunderts bewirkt haben.
, Ohne Kriterien findet keine Kritik statt; was