II. Vernunft
g3c»
Postulat aufnehmen. U. f. Statt daß man die kri-tische Philosophie die zermalmende genannt hat;(sie hat bisher nichts zermalmet) hätte man sie alsoeber die zerspaltende (psiilosopüin gasiiswe»tma) nennen sollen: denn wohin sie klickt, werdenAntiNomieen und Spalten. Dichotomieen sindihr Weck , sie wundert sich irgendwo sogar, daß ichnicht Alles in zwei spalte. Eine scharfsinnige Phi-losophie! Bis auf Sylben und Buchstaben, wiez. B. Deist und Zlhcist, Transccndent und Trans-cendental und so viel andres gespaltenes Sinnenge-web zeiget sie den künstlich-gespitzten Wortscharfsinn,den die Englische Sprache mit dem Wort cant längstnannte.
Wie anders die Natur ! Auch sie liebt Ausein-andersetzung, Gegencinandcrstellung, Antagonismus;aber aus Einem zu Einem. Ihre Farben verlierensich in einander; ihre Antiphonieen heben einander,ihre Gegensätze verschmelzen. Ein leiser FadcN knüpftdie dunkelste Empfindung mit der Hellesten Vernunft-Handlung ; alle Erkenntnißkräste beschäftigt dasselbeWerk, Znne werden, Anerkennen, sichaneignen. Das Unterste arbeitet dem Oberstenvor, nach Einem und demselben Gesetz, in Einervielarticulirten Symmetrie, Harmonie, Eintracht.
Auch unsre altere Philosophie war auf dieserBahn; seit Bako führte jede Entdeckung im Reichder Körper und Geister sie darauf weiter. So sorg-sam Leibnitz, (dem Descartes hierin zu nahe) Kör-per und Geister schied: so wahr und fest band er
beide durch die sogenannten dunkeln Begriffe,(rwtionss ccmkusas) an einander und unsre Seele