II. Vernunft
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Wort bei theoretischen Begriffen ganz außer Ort undStelle ist) sind Heischesatze; ein Name, denman den mathematischen „Federungen" ungeschicktbeilegte, der aber den kritischen Postulaten gerechtist. Sie heischen, d. i. was sie erweisen nichtkönnen oder nicht wollen, wird trotzig erbettelt,und eben so trotzig a u fg e d r u n g en, als ob cskeines Beweises bedürfe. Das; mit dergleichen Po-stulaten alle wahre Philosophie verloren gehe, istdurch sich selbst klar. Sie fodern nur Eine Tugend:„sey dreist! postulire!"
6. Allgemein, a l l g e m e i n g ü l t i g. DerMathematiker construirt seinen Triangel bescheidenfür sich selbst und für jeden, der mit ihm gleicheVernunft hat. Was er an ihm erweiset, ist nichtnur für diesen Triangel, sondern für jedes ihm ähn-liche Verhältniß erwirken; im Besondersten erweiseter allgemcingülkig das Allgemeine.
Der Philosoph kann seine allgemeinsten Begriffenicht anders constrniren , als im Besonder n,im Fe s t b est i m m t e n, wie ihm dazu allenthal-ben die Natur selbst den Weg zeiget. In ihren Ge-stalten , nach Individuen, Gattungen, Geschlechtern,nur im Besondcrn coustruirt sie das Allgemeine.Verliert man diesen Weg, und will jenseit aller Er-fahrung der Natur verschreiben, Gesetze geben,wie sie construiren solle: so bauet man ein Gebäudevom Dach herunter. Lehrsätze, mit Universalität,Allgemeingülrigkeit, absoluter Vollständigkeit u. f.ausgeschmückt, treten prächtig ans Licht, die aberlieber Lecrsätze, (Kenologie) heißen sollten, weilsie aufs Besondere zurückgesühct, nirgend gelten.