und Sprache.
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I. Vernunft als ein Vermögen betrachtet.
Wenn eine Kraft da ist, frage ich nicht zuerst:wie war sie möglich? sondern wie wirkt sic? Vor-züglich gilt dies von ursprünglichen, nicht abgeleite-ten Kräften. Denn da außer ihrer Wirkung dasWort Kraft (Vermögen) für uns keinen Sinn hat:so kann der Versuch, Möglichkeit einer Kraft zu er-klären, ehe ich von ihr selbst einen Begriff habe,nichts geben als leere Worte.
Ist Denken meine innigste Kraft, so ist sie mirgegeben; wie sie wirkte, kann ich also nur be-merken; ich vermag aber etwas viel mehreres,ich kann sie lenken und gebrauchen. In mirist ein doppeltes Ich; mir selbst bewußt, kann undmuß ich mir Object werden. Dieser Vorzug erhebtuns über die Thiere; er ist der Charakter uns-rer Art. Indem ich zu mir sagen kann: „Lassetuns," habe ich die Macht ausgeübct, von der alleWirkung meines Geistes abhängt; ich kann auf michselbst wirken.
Denksormen erklären diese Kraft nicht; der Ge-danke hat keine Form, aber er schafft Formen. Alseine geistige Rede zu mir hat er mancherlei Glie-der, Artikulationen. Mit dem innigsten Ban-de unter einander verknüpft, ist diese Gedankengestaltuns ein Lebendiges, in seinen Gliedern zu sich selbstgehörig, in einander wirkend, untheilbar.
Als organisirte Wesen brachten wir, statt einerTranscendental--Aesthetik vor aller Erfahrung, einelebendige Aesthetik auf die Welt, erfahrend.