Druckschrift 
Zur Philosophie und Geschichte Theil 14 (1820) Metakritik zur Kritik der reinen Vernunft
Entstehung
Seite
384
Einzelbild herunterladen
 

384

II. Vernunft

mit dir; ich thue es in dieser Meynung, das warnicht die Meynung u. f." denkt und saget. ImFall einer Frage oder Berathschlagung enti»ckt dertreue Freund, was der Disputant verfehlt oder ver-zögert oder nicht hat, seines Herzens Meynung.Daß dies Fürwahrbalten sowohl ob-, als subjecrivunzureichend sev, liegt nicht im Wort, undstehet, der Subjectivitat nach, ihm gerade entgegen.Ich kann nichts überzeugter sagen, als mei :e Mey-nung, die mich selbst, das Alleinige, meinInnerstes ausdrückt. Wenn man mit dem Worrespielt, fremde Meynung ohne Ueberzeugung nach-spricht und sic doch als bloße Meynungen darstillt,so wahnt man und sollte Wahn sagen. Gefalltdir meine Meynung nicht, so habe und behalte dieDeine.

6.Glauben."

Ist das Fürwahrhalten nur subjectivzureichend,und wird zugleich für objectw - unzureichend gehal»ten, so heißt es Glauben." *) Das heißt esnicht. Glauben kommt von Geloben her;der andre hat mir Wahrheit gelobt; ich stelle ihmGlauben zu, d. i. ich gelobe ihm wieder. EbenLas Zureichende, d. i. Entsprechende von beiden Sei-ten ist Grund des Glaubens, oder ich glaube nicht;wir betrügen einander wechsclsweise. Da (sagenhundert Sprüche und Sprüchwörter) hat aller guterGlaub' ei» Ende. Eben deßhalb bezeichnet man

einen

*) S. Lsi°.