und Sprache. 363
diese Methode ein Fegfeuer, und vielleicht nochmehr.
7 . Langst ists erwiesen, daß das Wesen dermathematischen Lchrart G r ü »düng in P r i n-cipien, deutliche Bestimmung, Ablei-tung und Ordnung der Begriffe sey *): sinddiese nicht auch ohne ariicnlirte Benennung Erfor-dernisse jedes gründlichen , ordentlichen Lehrvertrages?Soll der Name ,,d i s c u r si v e" Philosophie be-deuten, daß, wie im Di-kurs, durch ein Umher-wandeln in der Rede alles gethan sey; so gebt unsstatt solcher Diskurse lieber den alten steifen Dog-matismus wieder, bei dem man doch, was manlas, w u ß t e.
8 . Da aber Methode nicht alles ist, sonderncs auch in ihr auf die ersterfaßten Begriffe undWorte vor allem ankommt, da alle Jahrbücher derGeschichte es bezeugen, daß durch Sprachfor-meln der Philosophie ihr Unheil gekommen, indemdurch sic jene Paralogismen, Antinomieen, Am-phiboliecn nach Zeit und Gegend erzeugt, genährtund erzogen wurden; so hat man von etwas mehrals von Mathematischer Methode zu reden, wennes auf eine B e r n u nftzucht ankommt. Zuchtdev speculircnden Phantasie, des Letternwitzes undWortscharssinns sollte sie heißen; und eben diese
*) In mehreren Abhandlungen hat Kästner man-che Mißverständnisse gerügt, die man von ma-thematischen Begriffen in der Philosophie oftwiederholen und auch jetzt wiederkommen stehet.