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II. Vernunft
6. Da , seit Des-Eartcs und Leibnih,Philosophie und Mathematik, wie cs seyn soll, ver-eint getrieben wurven, glaubten einige, die äußereEuklidische Form sey der Philosophie günstig. Hat-ten sie daran Unrecht? Sie Haltens, wenn siedachten, daß mit der äußern Form, auch übel an-gewandt, Alles gethan sey; war aber wohl Jemandso schwach, dies zu denken? Methode heißt Lchrart;Unterschied und Ordnung also, Bestimmungwollten sie ihren Lehrsätzen durch diese Methode ge-hen; war dies unrecht ? Daß kein Satz für etwasanders genommen würde, als was er seyn sollte,daß keiner am Unrechten Orte stünde und sich einefalsche Gewißheit aumaßte, dies war Zweck des ma-thematischen Lehrvertrages; war er, recht gebraucht,verwerflich ? Der kritischen Philosophie wäre freilich
in verständlichem Deutsch schrieb, gereichtihm zu seinem größesten Verdienst; dadurch unddurch Uebcrsetzungen aus andern Sprachen oderdurch das Lesen fremder philosophischer Schriftenist der Geist der Deutschen etwas gelichtet wor-den ; sonst saßen wir noch auf den Schulbänkenalter Quidditäten und Hocceitaten.Jedem System, das uns in neuen Wortformendiese alte Nacht wiederbringt, sollen wir, derEhre unsrer Nation halben, cntgegentretcn:denn nichts lähmt den Verstand mehr als dasNachplappern dunkler Formen. Mit welcherMühe «urden sie drei Jahrhunderte lang ausdem schweren Gehirn der Grübler allmählich ver-scheuchet !