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Zur Philosophie und Geschichte Theil 14 (1820) Metakritik zur Kritik der reinen Vernunft
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II. Vernunft

Me Wissenschaften und Künste, die Mathematikftlbst, umfasset die Philosophie; ihr Gebiet istunendlich.

4 . Und dennoch ist ihre Bezeichnung so vielenSchwierigkeiten unterworfen: denn sie construirt Be-griffe durch Worte. In diesen unterscheiden sichnicht nur Völker und Zeiten, sondern auch einzelneMenschen so unlaugbac, daß ja eben diese einzelneWorthaber mit ihrer anmaßenden Wortherrschaft insGebiet der Vernunft jederzeit die größte Verwirrungbrachten. Mißverstandne, halb oder uncechtaufg--nommene Begriffe monopokisirlen sie; ein falsches'Metall ward oft als Gold gestempelt. Und eS liefJahrhunderte umher; ihre Schüler zankten blutigdarüber, bis wiederum ein andrer unternehmenderGeist aufstand, der vielleicht nicht mit größeremScharfsinn, aber mit glücklicherem Trotz neue Wort-münze in Umlauf brachte. Jetzt hatte man deralten satt; abgegriffen war sie unkenntlich geworden,und die neue, vielleicht schlechtere an Werth, glanzte.Mit jedem verrufenen System sind wahre und schöneIdeen zu Grunde gegangen; und nur ein Geist,wie Leibnitz, der in allen Systemen das Wahreund Nützliche schätzte, (wie wenige sind dergleichenzu allen Zeiten!) verdient den Namen eines achtphilosophischen Geistes.

5. Ohngeachtet dieses großen Hindernisses aber,daß die Philosophie ihre Begriffe mittelst unbestimm-ter veränderlicher Worte construirt, ist sie, bei wei-ten! nicht rückwärts gegangen', sondern, wenn man,wie eS sevn muß, ihren Umfang mit berechnet,schritt auch sie vor. Und wodurch schritt sie vor?