Druckschrift 
Zur Philosophie und Geschichte Theil 14 (1820) Metakritik zur Kritik der reinen Vernunft
Entstehung
Seite
356
Einzelbild herunterladen
 

356

II. Vernunft

finden; denn Verhältnisse find Begriffe; und wennsich Qualitäten in keiner andern als der empirischenAnschauung darstellen ließen, so hinderte dies ihreEonstruction als Begriffe nicht. Da sich aber nichtalle Qualitäten in empirischer Anschauung, d. i.sinnlich darstellen lassen müssen: (es gicbt Eigen-schaften und Verhältnisse, die die Vernunft als Ab-stracta anerkennt, Begriffe höherer Act, die dennochvöllige Gewißheit haben;) da auch nicht Größeallein und nicht jeder Begriff von Größen sich inder Anschauung darstcllcn läßt; (ein großer Theilder höheren Analyse stellt ihre Größen in keinerAnschauung dar,) so sieht man, daß anschaulicheDarstellbarkeit das Wesen der Sache nicht erschöpfe.Wahre Verstandes- und Vcrnunstbegriffe werdenderSeele ursprünglich an den Gegenständen selbst, ab-geleitet und erhöht in richtigen Worten, aner-kennbar, welches mehr ist als an sc haubaroder angaffbar. Alle diese Unterschiede, flachgegriffen, geben flache Disparaten. I. B.die Phi-losophie handelt eben sowohl von Größen als dieMathematik, von der Totalität, Unendlichkeit u. f."Sie handelt davon; aber nicht wie die Mathematikhandelt.Die Mathematik beschäftigt sich auch mitdem Unterschiede der Linien und Flachen als Rau-men von ver schiedner Qualität, mit derEontinuitat der Ausdehnung als einer Qualitätderselben." Linien und Flachen als Räume vonverschiedner Qualität find undenkbar; wie istRaum von Raum in Qualität unterschieden? Undwäre ers, ssv wird dieser Unterschied so wenig einGeschäft der Mathematik, als im Eontinuum derAusdehnung jemals die Qualität derselben.