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Zur Philosophie und Geschichte Theil 14 (1820) Metakritik zur Kritik der reinen Vernunft
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II. Vernunft

Die philosophische Erkenntnis betrachtet alsodas Bcsondre nur im Allgemeinen; die mathema-tische das Allgemeine im Besonder», ja gar im Ein-zelnen, gleichwohl doch a priori *). Auch die Phi-losophie betrachtet das Allgemeine im Besonder»,indem sic jenes auf dieses bezieht; außer solchemBezüge ist ihr das Allgemeine müßig; wie andern-thcils Mathematik am Besonder» das Allgemeine er-kennet, ohne sich darum zu kümmern. Es geschiehtdort wie hier Eine Handlung der Seele. Ueber-haupt kann das Allgemeine, wenn cs kein leeresWort seyn soll, nur am Besonder», das Besondrenie ohne ein Allgemeines philosophisch gedacht werden.

In dieser Form, (daß ich philosophisch dasBesondre nur im Allgemeinen, mathematisch dasAllgemeine im Besonder» und Einzelnen betrachte)besteht also der wesentliche Unterschied dieser beidenArten der Vernunfterkenntniß und beruhet nicht aufdem Unterschiede ihrer Materie oder Gegenstände.Diejenigen, welche Philosophie von Mathematik da-durch zu unterscheiden vermcynten, daß sie von jenersagten: sie habe blos die Qualität, diese abernur die Quantität zum Object, haben die Wir-kung für die Ursache genommen. Die Form dermathematischen Erkcnntniß ist die Ursache, daß dieselediglich auf Quanta gehen kann." **) Da keineForm ohne Materie denkbar ist; so gehet Mathema-tik ihrer Natur nac h auf quanta, d. i. aufsMaas der Dinge. Wo ein solches statt findet,

*) S. 7g2. **) S. 7H2,