Druckschrift 
Zur Philosophie und Geschichte Theil 14 (1820) Metakritik zur Kritik der reinen Vernunft
Entstehung
Seite
327
Einzelbild herunterladen
 

und Sprache.

327

nicht als gegeben, sondern nur als Problem ansehenmuß, ist kein Probirstein der Wahrheitaller Vernunftregeln. Die Waage der Vernunft hingesodann an einem erdichteten Nichts, an einer pro-jectirten systematischen Einheit.

Man stehet aber hieraus nur, daß die syste-matische oder Vernunfteinheit der mannigfaltigenVerstandeserkenntnisse ein logisches Principsey, um, da wo der Verstand allein nicht zu Re-geln hin langt, ihm durch Ideen fort zu hel-fen und zugleich der Verschiedenheit seiner RegelnEinhelligkeit unter einem Princip (systematische) zuverschaffen, so weit a l s es sich thun läßt." *) Einhöchst - u n l 0 g i sch e s Princip wäre diese vorge-spiegelte Vernunfteinheit, wenn sie auf nichts andermberuhte, als wo der Verstand zu Regeln nicht hi n-lan gt, (als ob er Regellos diese suchen könnte?)ihm hinkend f 0 r t z u h e h l e n. ,,Ob aber die Be-schaffenheit der Gegenstände, oder die Natur desVerstandes, der sie als solche erkennt, an sich zur systema-tischen Einheit bestimmt sey, und ob man diese azri-iori, auch ohne Rücksicht auf ein solches Interesse derVernunft, in gewisser Maaßc postuliren,und also sagen könne: alle mögliche Vcrstandeser-kenntnisse (darunter die empirischen) haben Ver-nunfteinheit, und stehen unter gemeinschaftli-chen Principien, woraus sie, unerachtet ihrer Ver-schiedenheit, abgeleitet werden können; das würde«in transcendcntaler Grundsatz derVernunft seyn, welcher die systematische Einheit,

*) S, 676.