Druckschrift 
Zur Philosophie und Geschichte Theil 14 (1820) Metakritik zur Kritik der reinen Vernunft
Entstehung
Seite
323
Einzelbild herunterladen
 

und Sprache.

323

so willkührlich als unbestimmt; auch durch Vernunft-idccn werden Begriffe von Gegenständen, d. i.Wahrheiten gegeben, und zwar in einer gewisse-ren höheren Ordnung, als der Verstaub seine Be-griffe geben konnte. Gewähren sie solche nicht, sosind es keine Vcrnunstidecn, sondern Dichllmgen,Spekulationen.

Die Vernunft richtet den Verstand zu einemgewissen Ziele, in Aussicht auf welches die Rich-tung slinien aller seiner Regeln in einemPunkt zusammcnlaufen, der, ob ec zwar nureine Idee (kocus ima^inmnus), d. i. ein Punktist, aus welchem die Verstandesbegriffe wirklichnicht ausgehen, indem er ganz außerhalbden Grenzen möglicher Erfahrung liegt,dennoch dazu dient, ihnen die größte Einheit nebender größten Ausbreitung zu verschaffen. -Nunentspringt uns zwar hieraus die Täuschung, alswenn diese Richtungslinien von einem Gegenständeselbst, der außer dem Felde empirischmvglichcr Er-kenntnis läge, ausgefloffen wären, so wie die Ob-jektive hinter der Spiegelfläche gesehen werden; alleindiese Illusion, welche man doch hindern kann,daß sie nicht betrügt, ist gleichwohl unentbehrlichnothwcndig, wenn wir außer den Gegenständen, dieuns vor Augen sind, auch diejenigen zugleichsehen wollen, die weit davon uns im Rückenliegen, d. i. wenn wir, in unserm Falle,den Verstand über jede gegebne Erfahrung(dem Theile der gestimmten möglichen Erfahrung)hinaus, mithin auch zur größtmöglichen und

X 2