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II. Vernunft
mittelst deren wir von etwas, das wir kennen, aufetwas anders schließen, wovon wir doch keinenBegriff haben, und dem wir gleichwohldurch einen unvermeidlichen Schein objek-tive Realität geben. Dergleichen Schlüssesind in Ansehung ihres Resultats eher vernünf-telnde als Vernunftschlüffe zu nennen; wiewohlsie, ihrer Veranlassung wegen, wohl den letztemNamen führen können, weil sie doch nicht erdichtetoder zufällig entstanden, sondern aus der Naturder Vernunft entsprungen sind. Es sind So-phisticationen nicht der Menschen, sondern der rei-nen Vernunft selbst, von denen selbst derWeiseste unter allen Menschen sich nicht losmachenkann, und vielleicht zwar nach vieler Mühe denJrrthum verhüten, den Schein aber, der ihn un-aufhörlich zwackt und äfft, niemals völlig loswerdenkann." *)
„Dieser dialektischen Vernunftschlüsse giebt csnur dreierlei Arten, so vielfach als die Ideensind, auf die ihre Schlußsätze hinauslaufen. Inden Vernunftschlüssen der ersten Elasse schließe ichvon dem transcendentalen Begriff des Subjects,der nichts Mannigfaltiges enthält, auf die absoluteEinheit dieses Subjects selber, von welchemich aufdiese Weise gar keinen Begriffhabe. Diesen transcendentalen Schluß werde ichden transcendentalen Paralogismus nennen.Ein transcendentaler Paralogismus hat einen trans-ccndentalen Grund, der Form nach falsch
, *) S. 3g7.