und Sprache.
- r?7
unermessen-Vieles auf sie; in ihrem Werkzeug, derSprache, kommen ihr Allgemeinheiten vor, die,als ob sie schon geformte richtige Begriffe waren,von der Einbildungskraft in Worte gefaßt, undvom Gebrauch mit einem falschen Ansehen beurkun-det sind; trauet sie ihnen, so ist sic betrogen. Ostvermehrt die sogenannte tägliche Erfahrung dies fal-sche Ansehen; und die trügerische Vcrnunftkunst,eine Meisterin im Betrügen, thut das Ihrige hin-zu, wo nicht aus Stolz und Eitelkeit, so aus baa-rer Worttändelei und langer Weile. Was ist demMenschen leichter als Geschwätz ? und worüber freuetsich dns Kind mehr als über ncugefundene A l l-g e m e i n h e i t e n, d. i. Puppenworte, mit denenes spielet.
i2. Von den Zeiten der Griechen an, durchalle Jabrhunderle der Scholastiker hindurch ist alsoeine Menge Universalien in Gang gebracht,die nicht nur in den Schulen, sondern auch im ge-meinen Leben für allgemeine Vernunftbegriffe gelten,da sie doch beim kleinsten näheren Anblick wie Wort-schatten verschwinden. Bei den redseligen Griechengalt Dialektik, d. i. sophistisch-rhetorische Sprach-kunst und Logik, oft für Eins; bei den Schola-stikern war das Geschäft der Vernunft Wortetheilen und disputiren. Kaum hat alsodie wahre Vernunft einen ärgern Feind als den,der ihr den Mißbrauch ihres eigenen Werkzeugs,d. i. dialektische Spitzfindigkeiten, als einen ihr un-ableglichen Naturfehler und als ihr wesentliches Ge-schäft anweiset. Er verbeugt und zerknickt die Sprossedurch solche Subtilitäten: denn längst haben alle