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Zur Philosophie und Geschichte Theil 14 (1820) Metakritik zur Kritik der reinen Vernunft
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259
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und Spruche. 25A

Was ist Vernunft?

In unserer Spruche kommt dus Wort vonVernehmen, einem genauen Zusummen neh-m e n her, welches letzte dus LZort Vernunft mitseiner Endung ausdrückt *). In andern Sprachenheißt sie Vcrhältniß, Ursache, Rechnung(i'utio, Aog,o?.) Beide Namen drücken ihre "Naturund ihren Gebrauch, aber auch ihren möglichen Miß-brauch aus. Denn nehme ich nicht Alles oder nichtreche zusamm.n, was zusammen genommen werdensoll; habe ich entweder nicht alle Data, oder rechnemit ihnen nicht richtig: so ist nach beiden Be-

zeichnungen der Zweck der Vernunft verfehlet.

Sowohl Rechnen als Vernehmen (xwv-cipore-, exurniimrs) setzt einen Zweck voraus: dennZwecklos sammlet und rechnet niemand. Keinem an-dern Worte legt man also den Begriff des Brauch-baren, der geschäftigen Anwendung so untrenn-bar bei, als dem Wort Vernunft. WirklicheErfahrungen sollen in ihr zusammengenommen,durchbört, gefaßt seyn; ins Praktische soll sie über-gehen und darin angewandt, erprobt werden daserwartet, das lobt man an der Vernunft. Sobaldsie von dieser Rvgel abweicht, heißt sie Unvernunft,Bernünftelci. In der alten Sprache hieß das ge-richtliche Vornehmen und Verhör Vornunfi, Ver-

*) Die Alte» sagte» auch Vernum ft; welche En-dung (Zunft, Ankunft u. f.) immer ein Zusam-menuehmen, oder eine Vollendung bezeichnet.

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