253 H. Vernunft
scheidet sich von allen -Grundsätzen des Verstandesgänzlich." *)
„Ob jener Grundsatz: daß sich die Reibe der
Bedingungen, in der Synthesis der Erscheinungenoder auch des Denkens der Dinge überhaupt, biszum Unbedingten erstrecke, seine objcctive Rich-tigkeit h a b e vd e r nicht? welche Forderun-gen daraus auf den empirischen Menschenverstandfließen? oder ob es vielmehr keinen derglei-chen o b je c ti v - g ü l ti g e n Vernunftsatz ge-be, sondern eine bloß logische Vorschrift, sich,im Aufsteiqen zu immer höheren Bedingungen, derVollständigkeit derselben zu nahern7 und dadurch diehöchste uns mögliche Vernunft-Einheit zu bewirken?ob, sage ich, dieses Bedürfnis der Vernunftdurch einen Mißverstand für einen transcendentalenGrundsatz der reinen Vernunft gehalten worden,der eine solche unbeschränkte Vollständigkeit übereilterWeise von der Reihe der Bedingungen in den Ge-genständen selbst postulirt u. f., das wird unser Ge-schäft in der transcendentalen Dialektik seyn: welchewir jetzt aus ihren Quellen, die tief in dermenschlichen Vernunft verborgen sind ^entwickelnwollen." **) Ehe wir dieser Entwicklung austiefen Quellen beiwohnen, wird cs vergönnet seyn,den Begriff der Vernunft, wie er nicht in derTiefe des Abgrundes, sondern dem Verstände klarvorliegt, zu entwickeln. Eine fortwährende Tendenzzu unvermeidlichen, unableglichen Fehlern kann ihrconstituirendes Principium nicht seyn.
*) S. 565.
*») S. 365 — 66.