Indessen fehlt cs nicht an Ostis, die zu er-kennen geben, daß wir von unsrer eignen Existenzein Idiom in uns tragen; und zwar, sonderbarerWeise, ists oft rin fremdes Bild, das mit der Ge-stalt, die wir im Spiegel oder Andere an uns ge-wahr werden, nicht übereinkommt. Woher dies be-fremdende Ereignis? Es zeigt, daß der Menschvon dem koas er ist, oder vielmehr was er kann undseyn soll, eine Eornprehension in sich trage, die ersich zwar selten oder nie zur ganzen Anerkennungbringt, deren ec nur Theilweise inne wird, die aberdemohngeachtet als ein Ganzes, als die Gestalt sei-ner Anlagen und Kräfte ihm einwohnet *):
*) Es sind Beispiele vorhanden, da verbildete Men-schen, die zu großen schönen Gestalten bestimmtwaren, auch ohne Eitelkeit, dem Bilde dessen,was sie seyn sollten, treu blieben, und ihre ge-druckte Form, als ein fremdes Accidens, vergaßen.Sie denken sich als die, die sie seyn sollten.Biele von Menschen angenommene Gebehrden,über die man ohne Verstand spottet, wenn siezu der Gestalt gehören, die ihr inneres Bewußr-scyn ihnen einbildet, erklären sich hieraus. Je-ner unschuldige, ich möchte sagen, natürlicheWahn der Mißgebildeten, daß fremde Augen anihnen nicht sehen, was ihr inneres Auge selbstnicht als ihre Gestalt anerkennt, ist ein Zutrauenzum Verstände ihrer Mitmenschen, der absondernwerde, was nicht zu ihnen gehöret, was ihnenein bößer Dämon, der Zufall, anschob undgleichsam anlog. Alle, dem Körper nach nichtrein und ganz ausgebildete Menschen fühle», was