»74
I. Verstand
Proportio» gegeben sind, auch das Dritte dadurchgegeben wird, d. i. construirt werden kann. In derPhilosophie aber ist die Analogie nicht die Gleich-heit zweenec quantitativen, sondern qualitativen Ver-hältnisse, wo ich aus drei gegebnen Gliedern nurdas Verhaltniß zu einem vierten, nicht aber diesvierte Glied selbst erkennen und a priori geben kann,wohl aber eine Regel habe, es in der Erfahrungzu suchen, und ein Merkmahl, es in derselben auf-zusinden." *) Uebel wäre cs, wenn die Wissen-schaften in ihren Benennungen Einer Operation desmenschlichen Verstandes so dißharmonirten; dem istaber nicht also. In der Mathematik ist Analogie,was sie in der Philosophie ist, Aehnlichkeitder Verhältnisse. Daß in jener die Aehnlich-keic bis zum Einerlei genau seyn kann, entspringtaus der Art der Dinge, die ins Verhaltniß gesetztwerden; es sind rein ausgedruckte Größen, in derenerstem Gliedc der Exponent so bestimmt als im letz-ten, in den äaiis wie im c^uuosito erscheinet. Dain der Philosophie die Glieder der Verhältnisse nichtQualitäten allein, sondern Gegenstände mitallen ihren Qualitäten, Facta mit vielerlei Um-standen, endlich Worte von mancherlei oft versteck-ter Bedeutung sind: so sind freilich die Data sowohlals das f)iEsituil» in der Philosophie selten, wiejene Größen der Mathematik, rein bestimmt;der Begriff der Analogie aber, d. i. die Handlungdes Verstandes, die Verhältnisse setzt, ist dort undhier dieselbe. Dort, wie hier, muß das zu findende
*) S. '222.