und Erfahrung. 107
gleich ihren reinen Anschauungen und Denkformenu priori eine bestandlose Dichtung. Schemenoder Schemate sind die trüben Hefen, von ver-gangnen Eindrücken dem Gedachtmß oder der Ein-bildungskraft auf dem Grunde zurückgeblieben, ausdenen man jetzt solche und andre Gestalten wahrsa-get; vierfüßige Thiere ohne vier Füße, Triangel ohnedrei Winkel u. f. Im Niedersatz der gemeinenRede-, wo auf deutliche Bestimmung nichts ankommt,mögen sie ihre Stelle behaupten; wo aber ein Ver-standesbegriff rein angegeben werden soll, müssen sieweg, diese dunkeln Schemate.
r 5 . Auch crniedre man den menschlichen Ver-stand nicht so tief, daß man ihm die Gabe zu sche-matisiren, d. i. unbestimmte Nebelformen zu schaf-fen , als eine Leiter andichte, auf der allein er zurErfahrung gelangen konnte. Denn sind diese Sche-men nicht Worte? Worte aber bis auf den klein-sten Theil der Rede entstanden an Gegenständen;und gerade sind dies die abgegriffensten Worte,Wortschatten, die man , „ichc
nennen sollte. Der menschliche Verstandhat eine viel höhere Kraft, als dunkel zu schema-tisiren; er kann seine erfaßten Merkmahle durchWorte aus drücken, er kann sprechen, daß mandie Dinge sehe und ihn vernehme.
16. Hiemit theilet sich nach den vier Regionenseiner Begriffe auch der Ausdruck (Lni-i-Trwa-«?)des Verstandes. Im Felde der allgemeinen Erkennt-niß, wo von Seyn, Daseyn, Dauer, Kraftnach ihren ersten Erfassungen die Rede ist, herrschenzuerst sinnliche Vorstellungen; sie constituiren den