und Erfahrung. 102
Funktion des Verstandes ist: anerkennen wasda ist, sofern cs dir verständlich ist, d. i.deinem Verstände gehöret; dcßwegen heißt der Ver-stand V e r st a n d , i nt s 11 e otrr s. Erliefetaus und verstehet, d. i. er ergreift der gelesenenDinge Bedeutung; so erkennet er sich an,was sein ist. Ehe wir diesem Geschäft naher tre-ten, lasset uns sehen, was die Kritik der reinen Ver-nunft darüber sage.
„Transcendentale Deduktion der reinenBerstandesbegriff e." *)
i. „Von der Möglichkeit einer Ver-bindung überhaupt." ,,Durch Sinne kanndie Verbindung eines Mannigfaltigen (Lvnjurmtio)nie in uns kommen: denn sie ist ein AckuS
der S p o n ta ne i t a t der Vorstellungskraft, undda man diese zum Unterschiede von der Sinnlich-keit Verstand nennen muß: so ist alle Verbin-dung, wir mögen uns ihrer bewußt werden oder nicht,eine Ver st a n d e s han dl u n g , die wir mir derallgemeinen Benennung Synthesis belegen würden,um dadurch zugleich beaiecklul> zu machen, daßwir uns nichts, als im Object xerbandm, verstellenkönnen, ohne es vorher selbst verbunden zu haben,und daß unter allen Vorstellungen Verbindung dieeinzige ist, die n i c h t vom Object gegeben, son-dern nur vom Subjcct verrichtet werden kann, weilsie ein Actus seiner Sclbstihatigkeit ist. Die Hand-
*) Kritik der r. Lern, S. 12g.