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Zur Philosophie und Geschichte Theil 14 (1820) Metakritik zur Kritik der reinen Vernunft
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107
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und Erfahrung.

i3. Statt des freiwillig umhcrschwei'ftndendiscursiven Denkens sagen wir also lieber Erken-nen, und zoar in der ursprünglichen Macht desWortes. Kennen, erkennen, anerkennenist ein Geschlechtswort; es heißt gemeinschaftlicheNatur und Art, Stamm und Abkunft innig undschnell empstnden. So erkenne ich mein Kind, denFreund, die Geliebte; so erkenne ich Wahrheit,Güte, Schönheit. Ich erkenne sie mir an,und sage laut: sie sind meiner Natur, meinesGeschlechts, wobei dann alles spontane Dünken undDauchten von selbst aushvret. Es ist schwer zu be-greifen, wie dis kritische Philosophie, außer ihrenleeren Gebilden des Raums und der Zeit, unsrerErkenntnißkraft Anschauung absprechen mag.Bei jedem wahren Begriff thut die Seele viel mehrals anschauen, sie erkennet, sie eignet sichan; nur dadurch werden ihr eigenthümliche, derNatur, den Sinnen, und sich selbst harmonischewahre Gedanken *).

*) Kennen hieß ursprünglich zeugen, gebäh-ren, geboren werden; davon leinä Ge-schlecht und viel andre Geschlechtswörter,die man in Wächter, Skinneru. f. fin-den kann. Erkennen, auch im geistigenSinn, heißt einen Begriff genetisch, d. i.in seiner Stammesart erfassen, wahr finden,sich zueignen. Für den Verstand sind Erschei-nungen, die er sich in Wahrheit nicht zu ge-stalten weiß, noir entia, keine Gedanken. Ererkennet an, was seiner Art, seines Ge-schlechts, wahr, wie er selbst, ist.