r. Die Zeit ist allerdings ein Er-fahrungsbegriff, vom Lauf der Begebenheiten,von der Folge der Veränderungen um-, in- und anuns sehr langsam abgezogen, d. i. vom Verständebemerket. Ohngeachtet den Menschen seine Gedan-kenreihe, sein Pulsschlag und alles sich Veränderndeum ihn her zu dieser Bemerkung einlud, lebte erdoch, wie man sagt, lange hinein in den Tag, undließ die Zeit sich selbst berechnen.
2. Die Zeit ist keine not h wendigeVorstellung, die allen Anschauungenzum Grunde läge. Wahre Anschauung (Intui-tion) vergisset der Zeit. Fällt alles Veränderlicheweg, so ist auch das Maas der Veränderungen, dieZeit, verschwunden.
3 . Auf die Noth we nd igke it einerZeitanschauung a priori gründet sichdie Möglichkeit apodiktischer Grund-satze oder Axiome nicht; wie könnte sie sichauch darauf, auf ein flüchtiges Unding, gründen?Ihre Gewißheit gründet sich auf die von unsermVerstände bemerkte, in ihnen selbst gegebne Verhält-nisse; von der Vernunft generalisict gellen diese alsRegeln.
4. Die Zeit ist allerdings ein discur-siver, d. i. allgemeiner Begriff desMaaßes aller Veränderungen worden.Denn da verschiedne Zeiten, d. >. Zeitkäufe zu EinerZeit nicht nur möglich, sondern wirklich sind, dieman idealisch unter Ein Hauptmaas bringen mußte,so ward endlich jene sogenannte Unendlichkeit
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