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I. Verstand
panische Sensation durchs Auge heißt Sehen, einZnnewerden des Gegenstandes, dessen Bild zu unsgelanget. Anschauung, sie sey Eontemplationoder Intuition, bedeutet etwas Andres.
Offenbar nämlich sehen wir, daß nach der ver-schiedenen Art unsrer Sinne das Znnewerdender Gegenstände sich verschieden, aber in einer Stu-fenleiter arte. Aller Empfindungen des inncrn undäußern Gefühls, wenn sie bis zu einer Größewachsen, werden wir lebhaft, tief, inne; sie bleibenaber, jeder Anschauung fern, dunkel. Wir fühleriuns dem Gegenstand gleichsam an oder ihn in uns.Je mehr er sich sondert, und uns nur Eigenschaftenvon sich mitt heilt, desto fähiger wird die Seele,bei ihrem Znnewerden ein Eins in seinem Mehreremzu unterscheiden. Eben durch Hülfe des tren-nenden Sinnes nähert sie sich dem Erkennen; ihrVergnügen und Schmerz wird feiner. Der Sinndes Gesichts also verschafft uns das feinste Jnneewerden; der gesummten Sinnlichkeit aber vermag ersals Anschauung nicht mitzutheilen. Die feinste Zunge,das stolzeste Ohr werden^das Gegebene, das sie fin-den und sich anempsinden, nie ./Anschauung" nen-nen; noch minder kann die Summe Alles dessen,was uns sinnlich afsicirt, „Anschauung" heißen.
Da der Ausdruck ,,empirische Anschauung" alsonicht stakt findet, so wird auch der unbestimmte Ge-genstand dieser Anschauung in einer „Aesthetik," d. i.G efü h l s le h re, nicht Erscheinung heißen.Als einen Gesammtbegriff der Gegenstände unsrerSinnlichkeit kennt unsre Sprache dies Wort nicht,die vielmehr bei jedem sinnlich Gegebenen nicht auf