und Erfahrung.
3r
Begriffe, über welche die Mathematik nicht hinaus-schreitet. Endlich beruhet die ÄllaeMcinheit und Noth-wendigkeit malheinatischer Satze auf nichts weniger,als auf dem negativen Merkmal, daß sie unab-hängig von aller Erfahrung, vielmehr beruhet sieauf dem höchst positiven, daß sie ihrer Natur nachunscrm Verstände gewiß, also aufs innigste mitder Erfahrung verbunden und diese selbst sind,wenn sie auch nicht dargestellt würden. In den Re-geln des Verstandes nämlich sind sie so genau, jagenauer als in der Darstellung selbst gegeben,welche letztere jene innere Erfahrung immer nur un-vollkommen bezeichnet. Ueberhaupt sind die Begriffeder mathematischen Evidenz und der zu ihr führen-den verschiednen Lehrart dergestalt ins Licht gesetzt,daß die Behauptung, als sey „der Unterschied zwi-schen Analyse und Svnlhese ihrer Urtheile" bisherübersehen worden, befremdet *).
In der Na tur wi sse n sc h a ft giebts aller-dings Urtheile, in denen das Prädicat mehr als dasSubject saget; übel, wenn dieses nicht wäre. Auchsie aber, was sind sie? Entweder Erfahrungssäheoder aus höheren Urtheilen abgeleitete Begriffe, derenRichtigkeit erwiesen werden muß, oder sie verschtbin-
*) Kein mathematisches Lehrbuch hat den Unterschiedbeider Methoden unbemerkt gelaffen, so auch fastkeine Logik. L ambert in seinem Organon undinseinen logischen Abhandlungen hatvon beiden Methoden scharfsinnig gehandelt; aberfreilich nur als von Methoden, wohin beideBkgriffe auch nur gehören.