und Erfahrung.
Anschauung muß also hier zu Hülse genommen wer-den , vermittelst deren allein die Synthesis möglichist."
2 . „Naturwissenschaft (Physica) ent-halt synthetische Begriffe a priori alSPcincipien in sich. Z. B. der Satz: daß inallen Veränderungen der körperlichen Welt die Quan-tität der Materie unverändert bleibe, oder daß inaller Mitlheilung der Bewegung, Wirkung und Ge-genwirkung einander jederzeit gleich seyn müssen. Anbeiden ist nicht allein die Nothwendigkeit, mithin ihrUrsprung u priori, sondern auch daß sie synihenscheSatze sind, klar. Denn in dem Begriff der Materiedenke ich mir nicht die Beharrlichkeit, sondern bloßihre Gegenwart im Raum durch die Erfüllung dessel-ben. Also gehe ich wirklick über den Begriff vonder Materie hinaus, um etwas n prioin zu ihmhineinzudenken, was ich in ihm nicht dachte. DerSatz ist also nicht analytisch, sondern synthetischund dennoch n priori gedacht; und so in den übri-gen Sätzen des reinen Theils der Naturwissenschaft."
3. „In der Metaphysik sollen syn-thetische Erkenntnisse -r priori enthal-ten seyn, und es ist ihr gar nicht darum zu thun,Begriffe, die wir uns a priori von Dingen machen,bloß zu zergliedern und dadurch analytisch zu erläu-tern , sondern wir wollen unsre Erkenntniß a priorierweitern, wozu wir uns solcher Grundsätze bedienenmüssen, die über den gegebenen Begriff etwas hin-zuthun, was in ihm nicht enthalten war, und durchsynthetische Urthcile u priori wohl gar so weit Hin-
Herders Werke i.Phil.u.Gesch.XlV. B