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Zur Philosophie und Geschichte Theil 14 (1820) Metakritik zur Kritik der reinen Vernunft
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I. Verstand

Kritik ist. War ihre Rechnung richtig, warum solltesie sich scheuen, aufs neue überrechnet zu werden?

Wenn aber eben diese Frage, die auch Leib-nitz aufwarf, so auZgedrückt werden will:ob esein von der Erfahrung und selbst von allen Ein-drücken der Sinne unabhängiges Erkenntnißgebe?"' und diese Erkenntnisse a priori mit derBestimmung genannt werden,daß sie schlechter-dings von aller Erfahrung unabhängig statt fin-den, und ihnen gar nichts Empirisches bei ge-mischt sey;" *) so enthält sie etwas, was in jenerFrage nicht war. Dort würde angenommen, daßsinnliche Eindrücke Erkenntnisse veranlassen,daß, wie Leibnitz sagt, äußere Gegenstände Be-griffe erwecken, mithin diese Erkenntnisse undBegriffs, auch wenn sie in der zehnten höheren Po-tenz erschienen, von allen Eindrücken der Sinne,von aller vorhcrgegangenen Erfahrung nicht ganzunabhängig wären; hier sollen sie es schlechter-dings seyn und nur dann, wenn sie es sind, s prioriheißen. Es ist zu zweifeln, daß ein einziger solcherBegriff in unsrer Seele statt finde; wenigstens istgewiß , daß das Wort n priori in keiner menschlichenWissenschaft, selbst nicht in der Mathematik, dieseStrenge mit sich führe. Sätze und Schlüffe erkenneich in ihr u priori, d. i. Kraft meiner Vernunfterkenne ich die in ihnen liegenden Wahrheiten durchsich selbst an ; obgleich ihr Material, Körper, Flachen,Linien, Figuren, durch welche ich den Begriff formeund in solchen allein habe, auch wenn ich sie im

*) Kr. der r. Wern. S. 2. 7.