und Erfahrung.
S
sey, lediglich von den Sinnen und ans der Erfah-rung komme ? Oder ob sie selbst ursprünglich diePrincipien vieler Nationen und Lehren enthalte, welchedie äußern Gegenstände in ihr blos erweckten? Oballe Wahrheiten von der Erfahrung abhangen, oderob cs Wahrheiten gebe, die ein anderes Fundamenthaben? Denn wenn einige Ereignisse vor allerProbe, die man darüber macht, vorausgesehen wer-den können, so ist offenbar, daß wir dazu etwas anunserm Theil beitragen. Die Sinne, so nothwen-dig sie zu allen unfern wirklichen Kenntnissen sind,reichen doch nicht hin, um uns alle Erkenntnisse zugeben; immer geben sie nur Exempel, d. i. besonderoder individuelle Wahrheiten. Alle Exempel aber,die eine allgemeine Wahrheit bekräftigen, wie zahl-reich sie auch feyn mögen, reichen nicht hin, um dieallgemeine Nothwendigkeit dieser Wahrheit zu begrün-den u. f." Da Leibnitz in dieser Hinsicht allevon Locke vorgeführte Ideen mit seltner Geduldprüfet: so durfte Eberhard mit Recht sagen,,daßdie Leibnitzische Philosophie eben sowohl eine, Vcr-nunftkritik als die neuere enthalte, (sie liegt in die-sem Werke der Welt vor Augen,) obgleich darausnoch nicht folgt, daß durch sie alle neuere Kritik ent-behrlich gemacht worden *). Die Vernunft wird sichkritisircn und jede Kritik derselben muß sich gefallenlassen, kritisirt zu werden, so lange Vernunft und
*l Ueber eine Entdeckung, nach der alle neue Kritikder reinen Vernunft durch eine altere entbehrlichgemacht werde» soll, von I. Kant. Königsbergr?go.