Druckschrift 
Zur Philosophie und Geschichte Theil 14 (1820) Metakritik zur Kritik der reinen Vernunft
Entstehung
Seite
5
Einzelbild herunterladen
 

und Erfahrung.

5

kcinen mathematischen Punkt machen, keine mathe-matische Linie ziehen könne, und eine Reihe andererCharaktere von ihm gar willkührlich angenommensind, wie sollte der Vcrnunttrichter das Mittel über-sehen , durch welches die Vernunft eben ihr Werkhcrvorbringt, festhalt, vollendete Ein großer Theilder Mißverständnisse, Widersprüche und Ungereimt-heiten also, die man der Vernunft zuschreibt, wirdwahrscheinlich nicht an ihr, sondern an dem man-gelhaften oder von ihr schlecht gebrauchten Werkzeugeder Sprache liegen, wie das Wort Widersprücheselbst saget.

Glaube niemand, daß die hohe Kritik der reinenVernunft hiedurch erniedrigt, und die feinste Spe-kulation zur Grammatik werde. Es wäre gut,wenn sie in allem dies werden konnte; worauf auchLeibnitz mit seiner Charakteristik ausging. Demgroßen Sprachkenner, Sprachenforscher, Sprachen-vergleicher war, wie hundert seiner Bemühungen zei-gen, die Bezeichnung unsrer Begriffe in ihren Ab-leitungen sowohl als C o mp l i c a t i o n e n dieletzte und höchste Philosophie. Auch dem weisenLocke, (wie seine Nation ihn Ehrenhaft nennet)war das Organon unsrer Vernunft, die Sprache,nicht gleichgültig. Nicht nur das dritte Buch seinesbescheiden also genannten Versuchs, denmensch-lichen Verstand betreffend, handelt vonder Natur, dem Gebrauch, der Bedeutsamkeit derWorte; sondern er bekennet selbst das Mangelhafteseines Versuchs auch deshalb , daß er zu spat an diesunentbehrliche Mittel der menschlichen Erkenntnissegedacht habe.Als ich diesen Diskurs über den