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I. Verstand
wir kheilen sie nicht ein, sondern bezeichnen ihreWirkungen, die Anwendung ihrer Kräfte. De> em-pfindende und sich Bilder erschaffende, die denkendeund sich Grundsätze erschaffende Seele sind Ein le-bendiges Vermögen in verschiedener Wirkung.
Drittens. Die menschliche Seele denkt m i tWorten; sie äußert nicht nur, sondern sie bezeich-net sich selbst auch und ordnet ihre Gedanken mit-telst der S p r a c h e. Sprache, sagt Leib nitz, istder Spiegel des menschlichen Verstandes, und, wieman kühn hinzusetzen darf, ein Fundbuch seiner Be-griffe, ein nicht nur gewohntes, sondern unentbehr-liches Werkzeug seiner Vernunft *). Mittelst derSprache lernten wir denken, durch sie sondern wirBegriffe ab und knüpfen sie, oft haufenweise ineinander. In Sachen der reinen oder unreinen Ver-nunft also muß dieser alte, allgemein-gültige undnothwcndige Zeuge abgchört werden, und nie dürfenwir uns, wenn von einem Begriff die Rede ist,seines Heroldes und Stellvertreters, des ihn bezeich-neten Wortes, schämen. Oft zeigt uns dieses,wie wir zu dem Begriff gelangt sind, was er be-deute , woran es ihm fehle. Eonstruirt der Mathe-matiker seine Begriffe durch Linien, Zahlen, Buch-staben und andre Zeichen, ob er gleich weiß, daß er
*) S. Sulzers Zergliederung des Begriffs', derVernunft: seine Anmerkungen über den gegen-
seitigen Einfluß der Sprache in die Vernunft,der Vernunft in die Sprache. (Vermischte phi-losophische Schriften. Th. S. 2H6, LH. a.,S. r68.) Lamberts Semiotik u. f.