Druckschrift 
Zur Philosophie und Geschichte Theil 14 (1820) Metakritik zur Kritik der reinen Vernunft
Entstehung
Seite
3
Einzelbild herunterladen
 

und Erfahrung.

3

springen, können keinen bescheidener» und eigenemNamen als Metakritik, d. i> Kritik der Kritikführen.

Wenn aber Vernunft kritisirt werden soll; vonwem kann sie es werden? Nicht anders als vonihr selbst; mithin ist sie Parthei und Richter. Undwonach kann sie gerichtet werden? Nicht anders alsnach sich selbst; mithin ist sie auch Gesetz und Zeuge.Sofort erblickt man die Schwierigkeit dieses Rich-teramtes.

Um uns diese zu erleichtern, setzen wir fest:

Erstlich. Von keiner als der mensch-lichen Vernunft ist hier die Mede. Wir kennenkeine andre, besitzen keine andre; in der menschlichenVernunft eine höhere, allgemeinere als die Men-schcnvecnunft richten, hieße die Vernunft selbst trans-cendiren.

Zweitens. Menschliche Vernunft können wirzwar in Gedanken und Worten zu einem gewissenZweck von andern Kräften unsrer Natur sondern;nie aber müssen wir vergessen, daß sie in ihr abge-sondert von andern Kräften nicht subsistirc. Es istdieselbe Seele, die denkt und will, die versteht undempfindet, die Vernunft übet und begehret. Allediese Kräfte sind nicht nur im Gebrauch, sondernauch in ihrer Entwickelung, vielleicht auch in ihremUrsprünge einander so nah, so mitwirkend und ver-wickelt in einander, daß wir nicht wähnen dürfen,wir haben ein anderes Subjekt genannt, wenn wireine andere Verrichtung desselben nannten. MitNamen zimmern wir keine Fächer in unsrer Seele;

A s