Druckschrift 
Zur Philosophie und Geschichte Theil 14 (1820) Metakritik zur Kritik der reinen Vernunft
Entstehung
Seite
XII
Einzelbild herunterladen
 

lind spähe; deßhalb nennt man mich den sinnenden^Wanderer Hugo.

Zweitens. Verstehe was du hörest.Verstand kommt dir nicht zu; er wohnet in dir. Dukennest Odiies Spruch:das Herz allein weiß, wasim Herzen ist; der Verstand selbst ists, der errat!)und saßt, was der Verstand saget." Ohne ihn spre-chen zu dir keine Rune, soviel Weisheit sie auchenthalten mögen. Deinen Verstand zu üben, lerne:denn Lernen ist Uebung. Vermochte ein andrer zudenken, warum nicht du? Und kannst du einem an-dern anders Nachdenken, als mittelst deiner eignenGctzanken und Wörter Wider ihren Willen sind alleSelbstdenker Despoten; sie drangen, was siedachten,mit Macht auf. Auch das drängen sie aus, was ihreeigenste Gcdankenweise, Trümmer der Zeit, in wel-cher sic zu dieser Gedankenweise strebten , kurz einAngehangc ist, das dir als dein Eigcnthum zu tra-gen nicht ziemet. Wie du dein Gesicht vor fremdenEeberden bewahrest, so halte deinen Mund von nach-sprechenden Worten rein. Verstehe, was du hörest.

Drittens. Dir selbst lerne, keinemandern. Hörest du um ein Pult, von welchemJabre hin ein lauter Vortrag geschah, dem niemandcinreden durfte, Wortgeister zischen, poltern, jadem Lehrer selbst gebieten, daß ec sage, was er nichtsagen wollte, blos weil er sich an diese Wortschalle,die er umherwälzt, gewöhnte; sichest du Schatten,seine alten Jugendfreunde daherschleichen, die er un-besehen aufnimmt und cinführet ; (leicht erkennest dusie in de» Worten, die unversehens wiederkommcn,und die er am liebsten brauchet;) für diesen hütedich am meisten. Ihm mögen sie zulässig seyn; was