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Religion und Theologie Theil 6 (1827) Aelteste Urkunde des Menschengeschlechts ; 2
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346 Zusätze zu der ältesten Urkunde

ne sinnliche bildervolle Sprache eingekleidet, die dieNeugierde des Volks auf sich ziehen, seine Einbil-dungskraft füllen, seine Neigungen lenken, seinOhr vergnügen konnte. Die Väter lehrten cs ihreKinder, die Gesetzgeber und sogenannten Weisendas Publikum, was Volk hieß. Zeder mußte alsoBilder aus seiner Welt, Dichtungen für seine See-le , starke Züge für sein Herz finden, in denen ererzogen war, die in ihm lebten, und nur gewecktwerden durften, um ewig in ihm zu leben. Manfindet durchgängig alle Urkunden dieser Art in einerstarken bildervollen, phantasiereichen Sprache.Nichts anders als sehr dichterisch mußten also dieseUrkunden werden. Sie betrafen die interessante-sten Gegenstände einer Nation: sie wurden aus denlebhaftesten, stärksten Ideen der rohen Zeiten ge-bildet, die nichts gleichsam , als Bild und Sinnund Affect, gewesen waren: sie nahmen alles Fei-erliche und Schreckliche der Religion ihrer Vater ansich: sie kamen aus dem Munde der ehrwürdigenVorwelt: sie wurden so eingerichtet, daß Kinder

und Volk sie lernen, und zu seinen Lieblingsge-sängen und Weisheitssprüchen machen sollten: siesollten das Publikum lenken, und seinem Ursprungtreu, national erhalten; die Sprache, in der sievorgctragen wurden, war voll Bilder, sinnlicherAusdrücke, von Abstractionen und wissenschaftlichenBegriffen leer, und in diesem Fall nahm sie nochdas ehrwürdige Siegel uralter Traditionen, unddas Neue, das eine noch unbekannte Erklärungs-art haben muß, an: außerdem, daß sie im höch-sten Grad populär und sinnlich seyn mußte. Wiedichterisch mußten solche Urkunden werden! Und sie