3r6 Zusätze zu der ältesten Urkunde
Uebcr die herxerfreuende, Traube —
Du zürnest nichr Vater!
Das ist er also, der Wobltbuendc! Er hat die Vor-ratskammern seines Regens geöffnet
Fenster des Himmels hat er aufgethanUnd Wassergüsten Canäle bereitet!
Ast dies eine unwürdige Denkart? eine unwürdigeFühlbarkeit der Menschen Ländern, wo ihnender Regen oft so sehr Bedürfnis, Erquickung undGüte des Himmels war? in Landern, wo so oftZun« und Aue. und Baum und Pflanze nachWasser dürste» ? Hast du für eine pcrschmachtendeMenschheit Gefühl —- so schone der Ncgenkammcrndes Himmels.
Daß der Himmel ein Fußboden Gottes unddie Erde ein Fußboden der Menschen sey — wieviele Nationen in Nord und Süd sind nicht aufdies so natürliche Bild gekommen, wenn sie don-nern hörten, wenn sie Blitze sahen! Es mochteihnen der Donner Fußtritt Gottes, oder Rauschenseines Wagens und seiner Donnerpscrde, oderBruch seiner Are, oder sein Schelten oder GangGottes auf rauschenden Wassern seyn — der Him-mel ward immer sein Fußboden. Wie erhabenund majestätisch ist nicht vielleicht auch uns dieseVorstellung in unsrer Kindheit gewesen! und wieentsetzlich, aus seinem Kapitel der Physik seltneWeisheit zu holen, um diese so natürliche, mensch-liche und poetische Bilder scharfsinnig zu verspotten!
Sonne, Mond und Sterne, das glanzendeHeer Gottes!'wer ist der Blinde und Fühllose, derdiesen Anblick in seinem Leben nichr bewundert hak?