314 Zusätze zu der ältesten Urkunde
te: da belebt er deine ganze Natur. So siche dasLicht um dich. Es schafft eine Welt von Farbenund Gestalten, von Anmuth und Mannichfaltig-kcit: es regt und belebt: es erhitzt uns wärmet:es kleidet die Traube mit Abendroth und tränkt siemit Kraft des Himmels: es mahlt dem Auge eineWelt von Bildern, und schießt in den Geist einFeucrmeer von Gedanken; es gießt Strahlen: dasieht sich Alles bewundernd an, und badet sich imGlanze: es zaubert Farben, und da wundert sich
Alles des neuen schonen Truges. Dort hofft derzagende Wandrer auf den ersten Morgenstrahl,und da fällt der Andächtige vor ihm nieder undjauchzt dem ersten Geschöpfe des Tages. Hast dunoch nie diesen ersten Strahl des Tages lange vorAnfang der Sonne gesehen, und gefühlt, wie erdie schreckhafte, dunkle Nacht vertrieb, die Erstge-burt aller Hoffnungen des Tages: ey! so spotte
nicht mehr über diesen ersten Strahl der Schöpfung,der auch vor der Sonne vorausgieng, und diedunkle ewige Nacht vertrieb und die Scene allerErscheinungen dieses Schauplatzes öffnet: falle
nieder und bete an!
Nun seht, o seht, wie die Natur hier webet!
Wie sein spinnt sie den zarten Flor der Lust!
Es wird Himmel! Aus Wasser und Lichtstrahlen— ein schönes Bild, ein feines Gewebe! Habennicht lange genug unsre systematische Naturlehrerdas Blau des Himmels wissenschaftlich aus demGewebe der Luft, durch das Lichtstrahlen fallen,erklärt? Und für die Sinne, was für eine wahrereDichtung, als dieses Zelt, dieser wäfserne Lichtster?