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Religion und Theologie Theil 6 (1827) Aelteste Urkunde des Menschengeschlechts ; 2
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3c>ci Zu he zu der ältesten Urkunde

mein? Das heiße den Ocean mit einem Eimerausschöpfen, die menschliche Seele mit einem Kna-bcnstecken messen!

Poesie lebt im ganzen menschlichen Eeschlechte,und ivo sie lebt, immer dieselbe menschliche Natur.Laß sich die Seele zu erhabnen Gedanken, zu feu-rigen Bildern, zu Aussichten in die Zukunft erhe-ben: sie steigt zur Poesie herauf; Loblieder undHymnen, Orakel und Weissagungen werden denHimmel fühlen. Alle lebendige Affekten reden Poe-sie: Rache und Wuth, Haß und Neid, Mitleidenund gerührte LbeUnehmung, einige Dankbarkeitund menschliche süße Liebe. Der weiche Prosaist,und der kalte ehrliche Träumer lasset sie fühlen:ihr Herz thue sich auf; cs wird in Poesie von ih-ren Lippen fließen, der wükhende Zornige, und dasSchlachtopfer, das er erschlug, das rauchend imBlute liegt: das letzte Aechzen des Sterbenden,und das Schnauben seines Verfolgers: die erstedankende Stimme des Freundes, dem sein Freunddas Leben rettete, und der männliche Abschied Zwei-er, die sich nicht mehr Wiedersehen werden, unddas erste Angstgcschrei der Mucker, die ihren tobtenSohn sicht, und das erste zitternde, stammelndeFlehen der Liebe das Ringen zwischen Furchtund Hoffnung, wie die Stimme des Muths undder Tapferkeit: sobald die menschliche Seele sichäußert, da durchströmt ihre Sprache lebendige Dicht-kunst. Da wird keine Beredsamkeit, keine rundeGlatte des Perioden, keine logische Deutlichkeitdes Verstandes, keine höfliche Wortsammlung nachder Mode gehört: da fließt die Rede nicht, wie