3c>ci Zu sä he zu der ältesten Urkunde
mein? Das heiße den Ocean mit einem Eimerausschöpfen, die menschliche Seele mit einem Kna-bcnstecken messen!
Poesie lebt im ganzen menschlichen Eeschlechte,und ivo sie lebt, immer dieselbe menschliche Natur.Laß sich die Seele zu erhabnen Gedanken, zu feu-rigen Bildern, zu Aussichten in die Zukunft erhe-ben: sie steigt zur Poesie herauf; Loblieder undHymnen, Orakel und Weissagungen werden denHimmel fühlen. Alle lebendige Affekten reden Poe-sie: Rache und Wuth, Haß und Neid, Mitleidenund gerührte LbeUnehmung, einige Dankbarkeitund menschliche süße Liebe. — Der weiche Prosaist,und der kalte ehrliche Träumer — lasset sie fühlen:ihr Herz thue sich auf; cs wird in Poesie von ih-ren Lippen fließen, der wükhende Zornige, und dasSchlachtopfer, das er erschlug, das rauchend imBlute liegt: das letzte Aechzen des Sterbenden,und das Schnauben seines Verfolgers: die erstedankende Stimme des Freundes, dem sein Freunddas Leben rettete, und der männliche Abschied Zwei-er, die sich nicht mehr Wiedersehen werden, unddas erste Angstgcschrei der Mucker, die ihren tobtenSohn sicht, und das erste zitternde, stammelndeFlehen der Liebe — das Ringen zwischen Furchtund Hoffnung, wie die Stimme des Muths undder Tapferkeit: sobald die menschliche Seele sichäußert, da durchströmt ihre Sprache lebendige Dicht-kunst. Da wird keine Beredsamkeit, keine rundeGlatte des Perioden, keine logische Deutlichkeitdes Verstandes, keine höfliche Wortsammlung nachder Mode gehört: da fließt die Rede nicht, wie