2g2 Zusätze zu der ältesten Urkunde
faltigen Überschrift unsers Gcsirnges im Wort„Himmel und Erde" Chaos, Element, erste Maßeder Welt zu finden: in der schönen Weltbcschauungeines Künstlers, der sein Werk gut findet, einendogmatischen Beweis zu sehen, „daß alles in derWelt gut sey!" in den Heeren des Himmels „dieEngel" zu sehen — warum sollte es mir nicht er-laubt scyn, auch in der Dogmatik diese Engel, die-sen wolsianisircnden Optimismus, diese erste Maßeder Welt wieder dazu zu machen, was sic wärön— zu Vorsiellungsarten der Poesie? Und so wer-den alle Regeln der Vernunft, des Geschmacks undder Einbildung über den Haufen geworfen, dieGrenzsteine der verschiedensten Seelenkrafte verrückt,das anschaucnde Gefühl des Menschen, so wie seineVernunft, verstümmelt und alle Arten von Wis-senschaft und Kennkniß zusammen geworfen. Dog-matik wird Poesie, und Poesie ein uraltes, sinn-liches, orientalisches Nationallied, wird einige Jahr-hunderte nach Christi Geburt ein zerhackter dogma-tischer Locus. Da liegts! seine sieben Chöre sindHübnersche Leberreime, und die Folge feinet erhab-nen Bilder eine scholastische Topik.
Wir sind in einem Jahrhundert, wo die Ver-nunft und der Zusammenhang von Regeln sichwenigstens nicht offenbar mehr untcrtreten und ver-spotten laßt '— und nun ! den entschlossensten Dog-matiker — ich frage ihn, nach welchem Zusammen-hänge von Regeln er auslege? Dogmatisch? daßjeder Buchstab, jedes Wort eigentlich genommenwerde, als wäre es im achtzehnten Jahrhundertursprünglich und unmittelbar für die Dogmatik,