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Religion und Theologie Theil 6 (1827) Aelteste Urkunde des Menschengeschlechts ; 2
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256 Zusätze zu der ältesten Urkunde

blutigen Dolch vor sich sicht:Es ist nichts würkliches, es ist der blutige Dolch meiner Seele,

das sich so in meinen Augen mahlt-jetzt

scheint auf der Hälfte der Welt die Natur todt,und schwere Träume mißbrauchen den verhülltenSchlaf: jezt verrichtet die Zauberei den schreckli-chen Dienst der blassen Hekate, und der gräßlicheMord, von seinem heulenden Wächter, dem Wol-se, aufgeweckt, geht mit räuberischem Schritt sei-nem Werk, wie ein Gespenst entgegen. Du feste,unbewegliche Erde! höre meine Tritte nicht, wo-

hin sic gehen.-Die Glocke ruft mir. Höre

sie nicht, Duncan, cs ist die Glocke, die dichgen Himmel oder zur Hölle ruft! u. s. w."Fühle alle diese Nachtscencn auf Einmal, undwelch ein Sinnbild des Bösen wird natürlicher,als Finsterniß, und welche Flüche natürlicher alsdie schwarzen Nachtflüche der Morgenländer:

Selbst die Sterne der Dämmerung scyn dir finster iVergeblich harre auf Lichr und komme kein Licht!Und sehe nie die schönen AugenliederDer Morgenröthe!

Dies Gefühl nun, und alle solche Scencn undGeschichten und Phantasien und Schreckbilder la-gen in der Seele der Morgenländer: sie fühlte Hirteund Wandrer, Kind und Weib, und wer je inden Schrecknissen der Nacht auf den ersten trösten-den Morgenstrahl des Lichts gehoffet hatte: undwer sympathisirte nun nicht mit dem Dichter:Gott sähe, daß das Licht gut war!" Wer fühltnicht im Gegensatz dieser Nächte den heitern, schö-nen, unbewölkten Tag unter dem -Simmel der

Mor-